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Peru Rainforest Amazon Pachitea Llullapichis Panguana Species Diversity : Pflanzen in Baumkronen
Licht, der Energielieferant Nummer eins für alle Pflanzen,
erreicht im tropischen Regenwald nur an wenigen Stellen den Erdboden. Ist es da verwunderlich, dass nicht nur Ranken an Bäumen nach oben streben, sondern dass auch viele andere Pflanzen aus der Not eine
Tugend gemacht haben? Als Epiphyten (Aufsitzer) besiedeln sie genau den Waldbereich, der ihnen „unter normalen Umständen“ das Leben schwer oder sogar unmöglich machen würde: die lichtschluckende Kronenschicht.
Typische Epiphyten sind Bromelien, Moose, Farne und Orchideen. Mit ihren teilweise zu Haftorganen umgewandelten Wurzeln verankern sie sich in beschädigter Baumrinde und in den Verzweigungen der Äste. Zahlreiche Epiphyten haben Spezialeinrichtungen, um Bestandsabfälle wie Falllaub aufzufangen. So entstehen in den Baumkronen kleine Komposthaufen, denen die Aufsitzerpflanzen Nährstoffe entziehen. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft siedeln sich weitere Epiphyten an, so dass schließlich „Hängende Gärten“ entstehen.
Hier oben gibt es auch Epiphylle, überwiegend altertümliche Pflanzen wie Blaualgen, Grünalgen, Moose, Flechten und winzigkleine Farne, die sich auf den Blättern der
Bäume und sogar der Epiphyten ansiedeln. Die meisten Blätter der Regenwaldpflanzen und –bäume haben eine lang ausgezogene Träufelspitze, die das Ablaufen des Regenwassers beschleunigt. Auf diese Weise wirken sie einer schnellen Besiedlung mit Epiphyllen und dem Auslaugen von Nährstoffen durch lange stehendes
Regenwasser entgegen.
Der Kampf um das Sonnenlicht ist nicht der einzige Grund für die Besiedelung luftiger
Höhen durch Aufsitzerpflanzen. Not macht bekanntlich erfinderisch und bei der absoluten Nährstoffarmut des Regenwaldbodens kann man mit Fug und Recht von
einer Not sprechen. Die Lösung kommt aus der Luft. Es mag wie ein Scherz klingen, doch die Aufsitzerpflanzen Amazoniens beziehen einen Großteil ihrer Nahrung aus dem fernen Afrika! Messungen haben ergeben, dass globale Winde enorme Mengen feinen Staubes aus der Sahara mitbringen, die schließlich von den Regenfällen Amazoniens über dem Wald
abgeladen werden. Das feine Geflecht aus Wurzeln und Haftorganen der Epiphyten filtert Nährstoffe aus diesen
Sandpartikeln heraus. Herabfallende Pflanzenteile, Vogelfedern und andere Strukturteile bleiben ebenfalls in
diesem Geflecht hängen und bilden so ganze Ballen nährstoffreichen Substrates, in dem sich weitere Pflanzen und sogar kleine Tiere ansiedeln. 
Für die Versorgung mit Regenwasser haben sich die Epiphyten ebenfalls einiges
einfallen lassen. Bei den Bromelien (Bromelioideae), sie gehören zu den Ananasgewächsen, bilden sich in den rosettenartig angeordneten Blättern
Minitümpel, aus denen feine Blatthaare das Wasser wie Wurzeln aufsaugen. Diese Kleinstgewässer wiederum sind Lebensraum für Mückenlarven und sogar
die Kinderstube kleiner Pfeilgiftfrösche (Dendrobates ventrimaculatus), die hier ihre Kaulquappen aufziehen. Als Babynahrung bekommen die Kaulquappen unbefruchtete Froscheier. Bei den mit den Bromelien eng verwandten Tillandsien quellen aus toten Zellen aufgebaute Schuppen bei Wasserkontakt auf und leiten das Wasser weiter. Da auch die Malaria-Mücke Anopheles ihre Eier in den Wassertrichern der Epiphyten ablegt, ist ihre Bekämpfung mittels Insektiziden nicht möglich.
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