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Peru Rainforest
Amazon Pachitea Llullapichis Panguana
Species Diversity : Gliedefüßer am Boden
In diesem Lebensraum sind es vor allem die bereits erwähnten Myriaden von Termiten, Ameisen und anderen Kleinorganismen wie Milben und Springschwänze, die der Vielfalt des Regenwaldes den Boden bereiten. Dieser ist mit einer dünnen
Laubstreu überzogen, feucht aber äußerst hart. Ihn mit einem Spaten zu bearbeiten, ist wegen des dichten Wurzelgeflechtes der Bäume ein beinah unmögliches Unterfangen. Wir wollen Bodenfallen eingraben, um
durchziehende Spinnen und andere Bodentiere zu sammeln und zu bestimmen. Doch nach jedem Marmeladenglas, das wir im Boden versenken, müssen wir eine Pause einlegen. Uns wird schnell klar, weshalb sich unter diesen
Bedingungen keine ausschließlich unterirdisch lebenden Säugetiere entwickeln konnten. Wovon sollten sie sich auch ernähren? Größere Wirbellose, wie Regenwürmer,
sind in weiten Bereichen Amazoniens äußerst selten. Ihr Lebensraum hat sich in die Baumkronen verlagert, wo sich zwischen den Wurzeln der Epiphyten eine eigene Fauna entwickelt hat. Das rege Treiben der Blattschneiderameisen (Atta) ist am Tag nicht immer wahrzunehmen. Dennoch, autobahnähnliche, von Falllaub freigeräumte Straßen, die, aus allen Richtungen
kommend, sternförmig auf einen Hügel beachtlichen Ausmaßes zulaufen, verraten uns die Gegenwart der Tiere. Auf ihren Alleen transportieren ihre kleinen von Soldaten begleiteten Arbeiterinnen vor allem nachts Blätter
(Abb. ) und andere abgeschnittene Pflanzenteile in ihr unterirdisches Nest, das einen Durchmesser von 15 Quadratmetern haben kann. Die Pflanzenteile bilden das Substrat für einen Pilz, den die Ameisen für ihre
Ernährung hegen und pflegen.In einer mehrere Meter breiten Front ziehen Wanderameisen (Dorylidae)
an uns vorbei. Die Front verzweigt sich, spaltet sich auf in mehrere scheinbar endlose Bahnen und innerhalb kürzester Zeit ziehen 100.000 oder 200.000 Ameisen links und rechts an uns vorbei. Sie sind nicht
sonderlich schnell und ihnen auszuweichen ist kein Kunststück......für uns! Für Heuschrecken, Spinnen und Raupen bedeuten sie den sicheren Tod. Baumspalten, Wurzelballen, Rindenstücke, alles wird nach Beute
durchsucht und dazu zählen durchaus auch wehrhafte Vogelspinnen. Wander- oder Treiberameisen sind angriffslustige Darsteller in Gruselfilmen; für bewegungsfähige größere Säugetiere sind sie aber völlig ungefährlich.
Unter ihren Opfern lösen diese Schwadronen allerdings Panik aus. Sie versuchen zu flüchten, Heuschrecken springen kopflos in alle Richtungen, Schaben rasen über das Laub und ein kleine Bodeneidechse der Gattung
Ptychoglossus bleibt wie paralysiert liegen. Dieses Tohuwabohu ist ein Signal für den Weißwangen-Ameisenvogel (Gymnopithys bicolor, Formicariidae). Er gehört zu einer kleinen Gruppe von Vogelarten, die Wanderameisen auf ihren Raubzügen begleiten. Das Prinzip ist
einfach: die Ameisen scheuchen auf und die Vögel schlagen zu.Wie dicht die Besiedelung des Regenwaldes mit Spinnen ist, wird besonders deutlich, wenn man nachts mit einer (möglichst schwach leuchtenden)
Taschenlampe unterwegs ist. Die "Diamanten", von denen der Biologe Wilson spricht (vergleiche Seite ) und mit denen er die reflektierenden Augen der Wolfsspinnen meint, blinken in der Tat alle paar Meter
auf. Werden sie angestrahlt, dann unterbrechen die Tiere ihre Insektenjagd. Fast alle Spinnen (Araneae) sind giftig, was aber nicht bedeutet, dass sie auch
für den Menschen eine Gefahr darstellen. Die meisten sind klein und ihre Giftmenge und -stärke ist gerade mal so dosiert, dass sie zum Töten oder Lähmen der Beutetiere ausreicht. Dennoch gibt es im Regenwald auch
Arten, deren Biss für einen Menschen fatale Folgen haben kann. Zu den giftigsten Spinnen der Welt gehören die Kamm- oder Wanderspinnen (Ctenidae). Diese langbeinigen, zu weiten Sprüngen fähigen und leicht reizbaren Tiere der Gattung Phoneutria lauern nachts oft in Wadenhöhe auf Blättern, Zweigen und Wurzeln auf ihre überwiegend aus Insekten bestehenden Opfer.
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